makellos
untwisted
Gedanken

Ich hatte grad ein langes Gespräch mit Philipp. Manchmal ist das für mich sehr anstrengend. Eine Freundin von seinen Eltern liegt im Sterben.Er ist betroffen.Ruhig.In sich gekehrt.Trägt eine Mauer um sich , die alles abschmettert, was nur in ihre Nähe kommt. Meine Gefühle und meine Gedanken knallen zurück. Ich fühl mich irgendwo allein gelassen. Allein mit mir und verloren einen liebenswerten Menschen. Er merkt manchmal gar nicht, was das für unsere Beziehung bedeutet. Dann heißt es "Therapeutengelabere" oder "Das ist doch alles scheiße...". Scheiße ist das, was man nie versucht in sich kennen zu lernen. Wenn man Angst vor sich und der Wahrheit hat. Wenn man den Versuch immer unberührt lässt ausrauszufinden wer man wirklich ist. Wenn man nicht versucht man selbst zu werden - mit all dem was die eigene Geschichte so mit sich bringt. Dazu gehört auch scheitern, aber auch wieder aufstehen.Halt finden und Liebe zu zulassen.

Ich wünsche mir so sehr, dass Philipp diesen Weg wirklich versucht zu gehn, damit er wenigstens sagen kann, dass er es tun wollte und dass ich ihn genug Halt geben kann auch durch Tiefpunkte zu gehen - wenn man eine Therapie macht. wenn man sich öffnet, wenn man ganz unten ist um nach oben zu kommen. Er kann mir vertrauen. Therapie... wie oft hab ich aufgeben weil ich dachte ich wäre nicht stark genug um zu gehen? Weil ich dachte ich wäre zu schwach, diese bitteren Gedanken an damals zu ertragen?! Weil ich zu feige war , mich zu stellen. Zu stellen vor meinen eigenen Ängsten und meiner eigenen Vergangenheit... die voller Angst, Panik und Selbsthass und Zerstörung litt. All das.. All das was ich heut wahrscheinlich immer noch tue. Man kann so viel schaffen wenn man will und sich nicht selbst fertig macht. Man kann so viel erreichen und sich dabei selbst kennen lernen. Wenn wir schon vor uns selbst Angst haben - vor wem dann nicht?

So jung und so viel Angst. So viel Angst leben zu dürfen. So viel Angst zu scheitern und nicht gefallen zu können. Wo bleibt unser Blick auf das ICH und uns selbst zu fühlen. Nicht unsere "Karriere" nachzugehen, sondern einfach man selbst zu sein. Das ICH ist in unserer Gesellschaft untergegangen. Untergegangen weil es zu viel Konkurenz gibt. Zu viel. Zu groß die Enttäuschung, wenn der eigene Charakter nicht ausreichend ist. Gibt es Noten für unser Inneres? Und wenn ja, wie bekomm ich die einmalige Eins? Einmalig oder Mitläufer? Einsam und verloren? Wann fing es eigentlich an, als wir unser eigenes ICH aufgaben um zu gefallen? Wann hörte es auf, dass wir unsere Träume nicht verfolgten? Wann hörten wir auf zu träumen?

Und wie finde ich das alles in mir wieder, was ich verlor....

20.6.07 22:23
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de